Das Herzstück eines jeden Wintergartens ist die Verglasung. Diese erfüllt eine Vielzahl von Funktionen – sowohl im Sommer, als auch im Winter. Darüber hinaus muss die Verglasung von einem Wintergarten diversen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Du siehst, Glas ist nicht gleich Glas. Ich zeige dir in diesem Beitrag, was es bei der Wahl der richtigen Verglasung für deinen Wintergarten zu beachten gilt.

Wintergärten sind ein beliebter Treffpunkt für Familienmitglieder und Freunde. Sie bestehen zum Großteil aus Glas. Der transparente Werkstoff Glas ist nicht nur ein ästhetisches Element, sondern auch sehr funktional. Mit Mehrscheiben-Isolierglas beispielsweise wird der Wintergarten ganzjährig bewohnbar. Im Zwischenraum dieser Verglasung wird eine dünne Edelmetallbeschichtung aufgetragen, welche die Wärme in den Raum zurückstrahlt. Obendrein ist es bei dieser Art der Verglasung möglich, in den Scheibenzwischenraum Edelgase einzubringen. Auf diese Weise wird der Wärmedämmwert deines Wintergartens noch zusätzlich erhöht. Die Verglasung des Wintergartens soll nicht nur die Wärme drinnen behalten, sondern im Sommer dazu beitragen, dass die Hitze draußen bleibt. Dazu können beispielsweise spezielle reflektierende Beschichtungen beitragen. Die Wahl des richtigen Glases für den Wintergarten ist nicht immer einfach, da es viele Möglichkeiten gibt. In diesem Beitrag findest du Erklärungen zu den am häufigsten verwendeten Glasarten und der Optionen, aus denen du wählen kannst.

Arten von Verglasungen für einen Wintergarten

Einscheibengläser (U-Wert ca. 5,7 W/m2 K) oder Isolierglas (U-Wert ca. 3,9 W/m2 K): Diese Art Verglasung wird nur für einen hochwertigen Kaltwintergarten eingesetzt. Für den Dachbereich musst du auf jeden Fall Sicherheitsglas verwenden. Es ist durchbruchsicher und zeichnet sich zudem durch Schlag-, Biege- und Zugfestigkeit aus. Außerdem kommt es mit dem Temperaturwechsel besser zurecht als „normales“ Glas. In der Folge droht keine Gefahr von oben. TIPP: Der U-Wert gibt den Energieverlust an. Er sollte möglichst niedrig sein.

Zweifach- oder Dreifachisolierverglasung: Für einen Warmwintergarten kommt nur eine Isolierverglasung infrage. Jahrelang galt die 2-fach-Verglasung (Wärmedämmwert 1,1 W/m2 K) als Standard. Zweifachverglasungen haben sich zudem im Laufe der Jahre erheblich weiterentwickelt. Infolgedessen kommen sie auch im Bereich der Wintergärten immer häufig zum Einsatz. Ob eine Zwei- oder Dreifachisolierverglasung sinnvoll ist, hängt wiederum von der Lage des Wintergartens ab. Bei einer Dreifachverglasung mit einer weiteren Scheibe und einer zusätzlichen Beschichtung in der Glasscheibe verbessert sich der Wärmedämmwert auf zirka 0.6 W/m2 K. Das bedeutet, dass sich der Wärmeverlust in den kalten Monaten im Vergleich zum Klassiker der Zweifachisolierverglasung nochmals erheblich verringert. Der Nachteil dieser Glasart ist, dass aufgrund der Glasstärke spezielle Fenster-Profile verwendet werden müssen und die Glasscheiben zudem ein höheres Gewicht haben.

Überkopfverglasung/Schrägverglasung: Bei Überkopfverglasungen wird die Sicherheit für das Dach des Wintergartens durch eine gesetzliche Vorschrift geregelt. Für die Durchbruchsicherheit müssen die Gläser im Bereich der Dachfläche aus einem Verbundsicherheitsglas (VSG) angefertigt sein. Diese Verglasung besteht aus mindestens zwei Scheiben. In ihrer Mitte befindet sich eine reißfeste, zähe Folie. Im Falle eines Bruches bleibt die Dachverglasung als Einheit tragfähig und es wird verhindert, dass Glassplitter herunterfallen können. Eine schlag- und stoßfeste Außenscheibe aus Einscheiben-Sicherheitsglas sorgt noch für zusätzliche Sicherheit.

Besonderheiten der einzelnen Verglasungen

Sonnenschutzglas: Reflektierendes Glas ist sehr empfehlenswert, wenn das Bauwerk stark der Sonne ausgesetzt ist, wie etwa ein nach Süden ausgerichteter Wintergarten. Denn eine spezielle Beschichtung reduziert die Sonneneinstrahlung. Die wärmenden Strahlen bleiben aber auch im Winter draußen und auch der Energiegewinn wird reduziert. Reflektierendes Glas ist nicht gerade billig, aber es ist eine gute Lösung für Wintergärten, die sich nur schwer beschatten lassen.

Verbundsicherheitsglas: Sicherheitsglas kann nicht nur beim Dächern eines Wintergartens zum Einsatz kommen. Diese besondere Glasart, bei der eine spezielle Folie verarbeitet wird, bricht beim Aufprall nicht. Mithilfe von Sicherheitsglas kann obendrein ein hoher Einbruchschutz erzielt werden. Denn neben einem hohen Kraftaufwand ist auch viel Zeit notwendig, um diese Verglasung zu zerstören. Die Kriterien beim Einbruchsschutz können von einer sogenannten Durchwurfhemmung bis hin zum schussfesten Panzerglas reichen. Neben Verbundsicherheitsglas an Türen und Wandbereichen minimieren auch Sicherheitsbeschläge und eventuell eine Alarmanlage das Einbruchsrisiko.

Selbstreinigendes Glas: Diese Glasart mit der speziellen Titanoxid-Beschichtung an der Außenseite sorgt dafür, dass der Schmutz weniger schnell am Glas haften bleibt. Organische Verschmutzungen wie Blütenstaub, Vogelkot, Blattreste etc. werden beim nächsten Regen beinahe rückstandsfrei weggespült. Das Glas bleibt sauber und erfordert weniger Reinigung. Selbstreinigendes Glas ist daher ideal für schwer zugängliche Dachflächen. Denn diese Art der Verglasung nutzt den Effekt der Fotokatalyse. Der Schmutz wird mithilfe der UV-Strahlung zersetzt und beim nächsten Regenschauer einfach heruntergespült. 

Schallschutzglas für den Wintergarten: Sowohl 2-fach als auch 3-fach-Verglasungen für den Wintergarten können mit schalldämmenden Elementen ausgestattet werden. Sie werden mithilfe einer Lärmschutzfolie zu einem Verbundsicherheitsglas verarbeitet. Mithilfe von Schallschutzverglasungen lassen sich Außengeräusche, die entweder von der Straße oder dem Kinderspielplatz in der Nähe kommen, deutlich mindern. Der Lärm wird besser geblockt, sodass Schalldämmwerte um die 54 Dezibel (dB) erreicht werden. Der Wintergarten ist für viele eine Oase der Ruhe. Lärm von draußen kann die angenehme Atmosphäre stören. Beim Schallschutzglas können unterschiedlich dicke Gläser zum Einsatz kommen.

Vorteile und Nachteile von Glasarten im schnellen Check

Folgend zeige ich dir kurz, welche Vorteile und auch Nachteile die einzelnen Glasarten zu bieten haben.

Vorteile:

  • Sonnenschutzglas ist ideal für Wintergärten, die stark der Sonne ausgesetzt sind
  • Reflektierendes Glas eignet sich für schwer zu beschattende Wintergärten
  • desto dunkler das Sonnenschutzglas, desto mehr Wärme bleibt im Winter drinnen
  • Verbundsicherheitsglas, ist ideal für die Dachverglasung, es verhindert, dass Glasscherben herunterfallen
  • Zweifachisolierverglasung, dieser Klassiker kommt bei Wintergärten am häufigsten zum Einsatz
  • eine Dreifachisolierverglasung verringert den Wärmeverlust deutlich im Vergleich zur Zweifachverglasung
  • Verbundsicherheitsglas zerbricht beim Einbruch nicht so schnell
  • Sicherheitsglas kann das Einbruchsrisiko daher minimieren
  • Selbstreinigendes Glas erfordert weniger Reinigung
  • das Schallschutzglas erhöht die Standards von Wintergärten zusätzlich

Nachteile:

  • Sonnenschutzglas reduziert den Energiegewinn
  • Reflektierendes Glas ist nicht gerade billig
  • Einscheibengläser, sind nur für Kaltwintergärten gedacht
  • Bei Dreifachisolierverglasungen sind die Gläser schwerer und teurer

Möglichkeiten zur Integration eines Sonnenschutzes

Die Temperaturen unter einem Glasdach können im Sommer erheblich ansteigen. Es kann sogar so heiß werden, dass dir der Aufenthalt im Wintergarten keinen Spaß mehr macht. Eine effektive Beschattung ist daher ein wichtiger Bestandteil, damit der Wintergarten nicht zum Treibhaus wird. Ein außenliegender Sonnenschutz wie etwa Markisen löst dieses Problem und sorgt dafür, dass du die Temperatur immer selbst regulieren kannst. Er ist die deutlich wirkungsvollere Variante. Denn der außen angebrachte Sonnenschutz verhindert, dass die Sonnenstrahlen ins Innere des Glasbaus kommen. Wintergartenmarkisen sind im Allgemeinen motorisiert. Mithilfe einer automatischen Steuerung können sie bei starker Sonneneinstrahlung auch selbstständig ausfahren.

Beschattungen wie Plissees, Jalousien, Rollos, und Raffstores kannst du problemlos von innen anbringen. Im Vergleich zur Außenbeschattung lassen diese Fabrikate die Wärme in die Wintergärten. Sie bieten allerdings Schutz vor Licht und den neugierigen Blicken von Passanten.

Kosten der Verglasungsarten

Ein Warmwintergarten mit den Maßen von: B6.000 mm x T4.100 mm x H2.800 mm (außen) kostet dich ohne Montage zirka 49.000 Euro. Diese Konstruktion mit einer 3-fach Dachverglasung (innen) aus Verbundsicherheitsglas (VSG) beispielsweise besitzt Seitenelemente aus Kunststoff/Aluminium und eine 3-fach Wärmeschutzverglasung.

Für einen einfach verglasten Kaltwintergarten mit ungedämmten Kunststoffrahmen musst du für dieselbe Größe mit zirka 550 Euro pro Quadratmeter (37.890 Euro) rechnen. Dabei handelt es sich natürlich nur um Richtwerte. Mehrfachverglasungen erhöhen nicht nur die Dämmeigenschaften, sondern auch die Kosten des Wintergartens um 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet etwa auf 55.104 Euro für die Größe von: B6.000 mm x T4.100 mm x H2.800 mm.

Wenn du mehr über Wintergärten im Allgemeinen erfahren möchtest, kannst du dir hier meinen Ratgeber für Wintergärten durchlesen.

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