Dies ist der ultimative Ratgeber zum Thema ‚Mulchen’ – für alle Hobbygärtner und die, die es noch werden wollen. Du erfährst, warum Mulch in keinem Garten fehlen sollte, welche Arten von Mulch es überhaupt gibt und natürlich wie du Mulch richtig anwendest. Mit diesem Ratgeber wirst auch du zum Experten für Mulch.

Was genau ist Mulch überhaupt und wofür wird er verwendet?

Mulch ist organisches, sprich natürliches Material und besteht aus verschiedenen Stoffen. Meist kommt hier die Rinde von unterschiedlichsten Baumarten zum Zuge. Aber auch Holzspäne, Stroh, Rasenabschnitt, verschiedenste Pflanzen, Gemüsereste sowie Stein und Kies können zum Mulchen angewandt werden. ‚Mulchen‘ wird abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Wort ‚molwic‘ und bedeutet so viel wie ‚weich‘ bzw. ‚weich machen‘. Das Mulchen ist also die Tätigkeit, seinen Garten nicht nur optisch durch eine schöne Bodenabdeckung aufzuwerten, sondern vielmehr eine schützende Abdeckung für seinen Gartenboden zu schaffen

Der Mulch verbessert die Bodenqualität und hat einen positiven Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Er kühlt außerdem besonders im Sommer die Pflanzen und schützt diese somit vor Austrocknung. Zudem kann Mulch auch das Wachstum von Unkraut reduzieren, sodass dieses nicht mehr nach oben steigen kann.

Aber aufgepasst: Jede Art von Mulch entfaltet verschiedene Wirkungen und ist nicht für jede Pflanze geeignet! Deshalb stelle ich dir im Folgenden einige der wichtigsten Mulch-Arten vor und beschreibe, was diese ausrichten.

Welche Arten von Mulch es gibt – und was diese können.

Organische Mulcharten

Rindenmulch:
Der Klassiker unter den Mulchen. Er findet sich häufig auf Wegen, unter Bäumen und Sträuchern und bietet einen schönen Anblick. Dieser besteht aus Rinden von verschiedenen Nadel- und Laubbäumen. Farblich erkennt man ihn an seiner naturbraunen oder auch rötlich eingefärbten Farbe. Er hält den Boden feucht, reichert ihn mit Humus an und unterdrückt das Unkraut.

Dafür solltest du ihn mindestens 5 Zentimer dick auslegen. Außerdem schützt Rindenmulch die Gewächse vor Wind und Wetter. Somit trocknen deine Pflanzen bei Sonneneinstrahlung auch nicht so schnell aus, da die Verdunstung im Zaum gehalten wird. Außerdem wird der Boden nicht so schnell matschig und überschwemmt deine Pflanzen nicht. Geeignet ist Rindenmulch für alle Schatten- und Halbschattengewächse sowie für Schattengräser und Farne. Bitte verwende unbedingt Qualitätsmulch!

Wenn du an ihm riechst, sollte er nach Harz duften. Nimmst du einen säuerlichen oder schwefeligen Geruch wahr, haben bereits Fäulnisprozesse stattgefunden und dann ist dieser nicht zu gebrauchen! Es würden sich viele Schnecken darauf sammeln und deine Pflanzen können nicht gedeihen, ja sogar absterben! Ich empfehle dir, den Mulch alle paar Wochen durchzuhaken, um für eine gute Belüftung zu sorgen.

Rindenkompost
Gerade bei empfindlichen Pflanzen eignet sich kompostierte Nadelholzrinde, da sie weniger Stickstoff bindet als Rindenmulch und somit besser verträglich ist. Sie ist zur Bodenlockerung und auch zur Bodenabdeckung anwendbar. Er ist im Handel meist als Rindenhumus bekannt und besteht aus angerottetem Rindenmulch, häufig vermischt mit Blumenerde. Wenn dieser von guter Qualität ist, zeichnet er sich äußert langlebig aus und bereiten dir und deinen Pflanzen sicherlich eine große Freude!

Pinienrinde
Die Pinie ist eine in Südeuropa vorkommende Kiefernart und besticht durch ihre rotbraune Farbe und sieht auf Wegen sowie unter Bäumen und Sträuchern wirklich klasse aus. Vorteil hierbei ist die langsame Zersetzung. Sie hält im Durchschnitt dreimal so lang wie der Rindenmulch.

Somit braucht man nicht so häufig den Mulch nachzuschütten oder gar zu wechseln. Und ein weiterer Vorteil zu herkömmlichen Rindenmulch ist der angenehmere Geruch. Es riecht deutlich weniger säuerlich. Das kommt durch den geringen Säuregehalt zustande und belastet so den pH-Wert des Bodens nicht so sehr. Pinienrinde verbessert außerdem die Bodenstruktur, ist ein hervorragender Nährstofflieferant und hemmt das Unkrautwachstum. Somit sind deine Pflanzen bestens versorgt. Nicht nur für den Boden, sondern auch für Kübelpflanzen eignet sich die Rinde optimal.

Stroh und Laub
Stroh eignet sich besonders für dein Gemüsebeet im Garten. Es fördert die Belüftung deiner Pflanzen. Besonders gut eignet sich Stroh für Tomaten, Gurken, Zucchini, Erdbeeren und Zuckermais. Da es aber auch den Stickstoff im Boden hält, solltest du diesen vorher ausreichend nähren. Das Obst und Gemüse bleibt mit Stroh schön sauber und ist nicht so anfällig für Schnecken. Somit schützt es deine Pflanzen vor Pilzbefall und sichert dir deine Ernte. Du solltest jedoch darauf achten, das Stroh naturbelassen und ohne jegliche Chemikalien zu nutzen. Gerade im Winter bietet ein Stroh- oder Laubgemisch Schutz vor Frost.

Rasen und Gras
Rasenschnitt ist ein Allrounder und kann bei allen Pflanzen angewandt werden. Dieser fällt ja sowieso bei Mäharbeiten an und kann gut verwendet werden. Nach dem Schnitt sollte dieser jedoch etwas antrocknen und hauchdünn (ca 2 Zentimer) ausgelegt werden, da sonst die Gefahr von schneller Fäulnis besteht. Das Gras reichert den Boden mit Stickstoff und Kalium an. Wichtig ist das regelmäßige Mähen und darauf zu achten, dass möglichst wenig Unkraut wie Löwenzahn darin enthalten ist. Du kannst den Schnitt aber auch mit Holzspänen für eine bessere Belüftung mischen. Je feiner der Schnitt ist, desto besser ist es für deinen Boden. Es wurden sogar passende Mulchrasenmäher für diese Zwecke entwickelt.

Gemüseabfälle
Die Reste bei der Gemüseernte wie Blätter oder Laub eignen sich wunderbar zum Wiederverwerten für dein Gemüsebeet und können daher auch zum Mulchen genutzt werden. Die übrig gebliebenen Nährstoffe werden dem Boden wieder hinzugefügt. Dabei solltest du aber beachten, das die Reste gesund und schädlingsfrei sind, da dein Gemüse sonst schnell eingehen kann. Und das will doch wirklich niemand.

Holzspäne
Bei Baumarbeiten fällt oft Schnittgut an. Wenn du dieses zerkleinerst, kannst du es wunderbar als Mulch-Material verwenden. Dieses kann zu einem starken Stickstoffentzug im Boden führen, da das Holz sehr stickstoffarm ist. Bevor du aber damit mulchst, solltest du dein Beet vorher mit Hornspänen düngen.

Beinwell und Brennnessel
Eine Schicht dieser Pflanzen kann bis zu 10 Zentimer aufgetragen werden und schützt deinen Boden. Gerade für Bohnen, Tomaten und auch Gurken ist ein Mulch aus diesen gut geeignet, da diese bei der Zersetzung wertvolle Mineralien freigeben. Aber Vorsicht! Da es sich um schnell verrottende Pflanzen handelt, solltest du regelmäßig nachmulchen.

Buchweizen, Platterbse und Sommerwicke
Diese Pflanzen eignen sich besonders zum Mulchen von deinen Gemüsekulturen, da diese reich an Nährstoffen sind. Damit sie nicht faulen, empfehle ich eine vorherige Trocknung vor der Anwendung. Dieser Mulch reichert deinen Boden mit kräftigem Humus an. Aber auch hier solltest du sie regelmäßig erneuern, da sie schnell verrotten. 

Chinaschilf 
Dieser besondere Mulch besteht aus rarem Süßgras, welches auch oft zur Zierung in Gärten verwendet wird. Die harten, scharfkantigen Halmspähne halten Schnecken und Unkraut fern. Es dient für alle Pflanzen und auch als Wegbelag. Da es aber nur selten erhältlich ist, solltest du den Mulch am besten selbst herstellen. Im Frühjahr hast du die Chance dazu, indem du die Halme selbstständig abtrennst. 

Anorganische Mulcharten

Folie, Vlies, Tonscherben und alte Pappkartons
Diese verroten sehr langsam oder gar nicht und können zusätzlich zu organischem Mulchmaterial gut angewandt werden, gerade in den kalten Monaten, um deine Pflanzen vor Frost und ungebetenen Besuchern zu schützen.

Kies, Steine und Lavamulch
Kieselsteine, Splitt und Lavamulch eignen sich gut für eine Begrenzung und beschweren den Boden. Perfekt für Steingärten dient es nicht nur der Optik, sondern speichert auch Wärme und lässt weder Wasser noch Luft durch. Es wirkt wie eine Trennschicht. Einmal verlegt, hält es dauerhaft und muss lediglich bei Bedarf erneuert werden. Ich empfehle dir, den Kies nur maximal ein paar Zentimeter dick aufzutragen. Leider unterdrücken die Steine das Unkraut bloß bedingt.

Wann sollte gemulcht werden?

Mulchen kannst du das ganze Jahr über. Jedoch wird zu jeder Jahreszeit damit ein bestimmtes Ziel erreicht. Im Frühjahr dient es der Düngung, im Sommer kühlst du damit den Boden und schützt deine Pflanzen, im Herbst hältst du damit Unkraut fern und im Winter vermeidest du ein frühes Eingehen deiner Pflanzen. Mulch selbst herzustellen ist gar nicht mal so schwierig, wenn man sich damit auseinandergesetzt hat. Es ist ein natürlicher Dünger, den du guten Gewissens verwenden kannst. Denn sind deine Pflanzen bestmöglich versorgt, macht es sicher auch dich zufrieden. Somit kannst dich ertragreicher Obst- und Gemüseernten erfreuen und hast gesunde Blumen und Pflanzen die zudem deinen Garten verschönern. 

Wann muss mein Mulch erneuert werden?

Wie oben bereits beschrieben kommt es ganz auf die Art und Weise des Mulchens an. Je nachdem welches Material du für welche Pflanzen verwendest, variiert hier auch die Erneuerung. Ein Mulchen mit Stein erfordert nur einen einmaligen Aufwand, kann jedoch ausschließlich begrenzt genutzt werden, wie bei einem Steingarten. Mulch aus Rinden und Bäumen wie Nadel, Laub oder Kiefer kannst du auch länger liegen lassen. Verwendest du jedoch ‚frische‘ Pflanzen wie Brennnessel, Kräuter oder Gemüsereste, müssen diese regelmäßig erneuert werden, da durch den natürlichen biologischen Zyklus ein recht schnelles Eingehen vorprogrammiert ist. Sollte sich dennoch mal ein Unkraut durchmogeln, kannst du ihm mit diesem Unkrautwerkzeug zu Leibe rücken.

Wie mulche ich richtig und was brauche ich dafür?

Um zu Mulchen brauchst du nur ein paar wenige Gegenstände, die du sicherlich in deinem Gartenschuppen findest. Um den Rasen zu mähen und den Grasschnitt zu nutzen, brauchst du einen Rasenmäher, besser einen Mulchrasenmäher. Alternativ kannst du den Rasen aber auch mit anderen Gegenständen eigenhändig kürzen, wie mit einer Sense, einem Spindelmäher oder einem Akku-Rasentrimmer. Das hält dich zusätzlich körperlich fit.

Für die Bearbeitung von Bäumen und um die entstehenden Reste zu verarbeiten, brauchst du die üblichen Gerätschaften wie Heckenscheren und Baumsägen. Wenn du mulchen möchtest, musst du deinen Boden entsprechend vorbereiten. Entferne lästiges Unkraut und lockere ihn mit einer Hake, einer Schaufel oder einem Spaten auf. Somit kann das Wasser später auch in tiefere Schichten eindringen. Der Mulch sollte um die Pflanzen herum mit wenigen Zentimetern Abstand zum Stil oder Stamm ausgelegt werden. Das ist auch wichtig, da deine Pflanzen sonst nicht genügend Luft bekommen würden und sich Fäulnis bilden kann. Damit die Erde atmen kann, ist die Höhe des Mulches entscheidend. Zwischen 5 und 10 Zentimeter gelten als optimal. Wenn du dir unsicher bist, trage lieber weniger auf, denn du kannst im weiteren Verlauf immer noch mehr hinzufügen. Wichtig hierbei ist, das Material nicht in die Erde einzuarbeiten, sondern nur locker aufzulegen!

Wenn du gerade erst deine Pflanzen ausgesät hast, warte mit dem Mulchen, bis deine Setzlinge eine Höhe von circa 10 Zentimer erreicht haben. Dann kannst du sie bedenkenlos bis zum Blattansatz bedecken. Spare dabei Jungpflanzen aus, da du sie sonst erdrücken würdest. Wenn du deinen Boden mit Rindenmulch oder Holzhäckseln bedeckst, solltest du ihn vorher mit Stickstoffdünger versorgen. Das ist im Allgemeinen bei der ganzen Prozedur sehr wichtig, da dem Boden bei der Verrottung der darauf gegebenen Materialien Stickstoff entzogen wird und dieses für das Wachstum überlebenswichtig ist. 

Gibt es Unterschiede beim Mulch für Obst- und Gemüsebeete oder Blumenbeete? 

Es sollte nicht jede Mulchart für jede Pflanze gebraucht werden und daher solltest du vorher sorgfältig überlegen, welchen du brauchst und wofür du ihn nutzen möchtest. Denn nur der richtige Mulch bringt Erfolg für deine Pflanzen. 

• Gemüsebeete mögen Rasenschnitt, Stroh, Mulchfolie, Kräuterpflanzen und Gartenabfälle
• Obstbeete kannst du mit Stroh, Laub, Rasen- oder Heckenschnitt und Rindenmulch versorgen
• Sträucher, Farne und Stauden solltest du mit größeren Mulchmaterialien wie Pinienrinde, Heckenschnitt oder Flusskies begärtnern

Fazit zum Mulchen

Mulchen ist nicht nur ein Trend. Es ist viel mehr als das. Es bietet eine optimale Versorgung deiner Pflanzen über alle Jahreszeiten hinweg. Es ist gesund, abbaubar und besteht aus natürlichen Materialien. Daher ist es auch ohne Bedenken einsetzbar und schadet nicht der Umwelt.

Ist man erst einmal im Thema und hat sich gut belesen, kann man schnell Erfolge erzielen. Ob du Anfänger oder Profi bist, spielt dabei keine Rolle. Das Gärtnern und gerade das Mulchen kann zum echten Hobby werden und wirkt nachweislich positiv auf unsere Psyche. Hoffentlich hat dir dieser Ratgeber alle wichtigen Informationen geliefert und du kannst mit Freude losstarten. Noch mehr tolle Tipps zum Gärtnern findest du übrigens hier. Viel Spaß!

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