Der Winter ist nicht nur für den Gärtner, sondern auch für die meisten Pflanzen eine Zeit der Ruhe. Doch vorher, im Herbst, musst du noch etwas Arbeit investieren und deine Pflanzen winterfest machen, damit du die Ruhezeit genießen kannst und deine Pflanzen im nächsten Frühling wieder mit voller Kraft durchstarten können. Denn es sind lange nicht alle Pflanzen winterhart. Was es jetzt im Herbst zu beachten gilt, erfährst du in diesem Artikel.

Gärtner unterscheiden bei den Gartenpflanzen zwischen winterharte Pflanzen und Pflanzen, die nicht winterhart sind. Daneben werden noch weitere Abstufungen verwendet. Die nennt man in Fachkreisen ‚winterfest’, ‚bedingt winterhart’ oder ‚ziemlich winterhart’. Wir beschränken uns in diesem Artikel aber auf winterharte Pflanzen und Pflanzen, die erst winterfest gemacht werden müssen.

Winterharte Pflanzen

Welche Pflanzen jetzt genau winterhart sind, hängt von der Region ab, in der du dich befindest. Man nennt Pflanzen winterhart, wenn sie in der betreffenden Region typische Winter ohne Probleme übersteht. Es kann also sein, dass in einer milden Region Pflanzen winterhart sind, aber in einer anderen Gegend dieselben Pflanzen nicht winterhart sind.

Typische winterharte Pflanzen sind einheimische Bäume, Sträucher und Stauden. Winterharte Bäume und Sträucher bleiben oberirdisch sichtbar. Laubtragende Gehölze werfen dabei ihre Blätter ab, um Wasser und Energie zu sparen und den Winter gut zu überstehen. In typischen Mittelgebirgsgegenden winterharte Bäume sind zum Beispiel Ahorn, Buche, Eiche und Weide, aber auch Apfel, Birne oder Walnuss.

Winterhart sind ebenfalls Sträucher wie Forsythie, Felsenbirne, die Zaubernuss, der Berglorbeer und der Weißdorn. Stauden, die winterhart sind, überleben unterirdisch. Die oberirdischen Teile sterben bei den meisten winterharten Stauden ab. Im Frühjahr treibt die Pflanze jedoch erneut aus. Winterharte Stauden sind zum Beispiel Christrosen und Küchenschellen, aber auch Pfingstrosen, Glockenblumen und Herbstastern und für den Schatten diverse Farne.

Winterharte Pflanzen brauchen von dir im Herbst keine besondere Fürsorge, wenn sie gesund sind.

Pflanzen, die winterfest gemacht werden müssen

Pflanzen, die bedingt winterhart sind, musst du winterfest machen, damit sie den Winter in deinem Garten überleben. Dazu gehören empfindlichere Obstsorten wie Pfirsiche, wenn dein Garten in einer raueren Gegend liegt, aber auch exotischere Pflanzen wie Feigen. Aber auch wenn Pflanzen winterhart sind, sie bei dir aber im Kübel wachsen, brauchen sie besonderen Schutz. Sofern keine Möglichkeit einer Überwinterung im Kaltwintergarten besteht, solltest du die Pflanze selbst mit Vlies umwickeln. Den Kübel solltest du hingegen mit einem Jutesack umwickeln und auf Styropor stellen, um ihn vor der direkten Bodenkälte zu schützen.

Exotischere und empfindliche Pflanzen kannst du nicht im Garten winterfest machen. Hier ist eine Überwinterung im Wintergarten notwendig.

Sind Pflanzen bedingt winterhart (z.B. Begonie, Gladiolen oder Malven), schützt du sie am besten nach den ersten Nachtfrösten. Mache diese Pflanzen winterfest und umwickel sie ebenso mit Vlies, bevor es so richtig kalt wird. Sind Pflanzen nicht winterhart, müssen sie auf jeden Fall vor dem ersten Nachtfrost in ihr Winterquartier z.B. Wintergarten umziehen. Exoten, die ein Quartier im warmen Wintergarten benötigen, sollten schon umziehen, bevor die Temperaturen unter 10 Grad fallen.

So machst du Pflanzen winterfest

Für die Pflanzen im winterlichen Garten ist das Verdursten eine genauso große Gefahr wie Erfrierungen. Darauf musst du achten, wenn du deine Pflanzen winterfest machst.

  • Bäume kannst du vor dem Verdursten schützen, indem du auf ihrem Wurzelbereich Laub, Laubkompost oder Rindenmulch anhäufst. An frostfreien Tagen kannst du deine Bäume dann gießen. Um die Rinde vor dem Aufplatzen in der Wintersonne zu schützen, kannst du sie mit Kalkanstrich bestreichen. So machst du die Rinde dieser Pflanzen winterfest. 
  • Nur bei sehr jungen Bäumen kannst du die Baumkrone vor dem Frost schützen. Dafür benutzt man ein spezielles Vlies, das im Gartenhandel oder Baumarkt erhältlich ist.
  • Kleinere Sträucher und Rosen können ebenfalls mit einem Vlies geschützt werden.
  • Bei Hochstämmen, zum Beispiel Rosenhochstämmen oder Johannisbeerhochstämmchen, ist es sinnvoll, um den Stamm Reisig zu legen und ihn mit einem speziellen Vlies oder auch Jute zu umwickeln. Die Krone kann ebenfalls mit Jute oder Vlies geschützt werden, um die Pflanzen winterfest zu machen.
  • Den Rasen mähst du ein letztes Mal vor der Winterruhe und befreist ihn vom Herbstlaub.
  • Stauden brauchen im Normalfall keinen Winterschutz. Man lässt einfach einen Teil der Pflanze stehen, selbst, wenn sie zurückgefroren ist. Bei immergrünen oder etwas empfindlicheren Arten kann ein Winterschutz aus Jute, Vlies oder etwas Reisig sinnvoll sein, um die Pflanzen winterfest zu machen. Der beschattet die Pflanze etwas und schützt so vor dem Verdursten. Aber Achtung: Diesen Winterschutz solltest du auf jeden Fall entfernen, bevor die Pflanze wieder austreibt, also meistens im Februar.

Überwinterung im Kaltwintergarten

Unter einem Kaltwintergarten versteht man einen Wintergarten, der im Winter nur so weit beheizt wird, dass die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt gehen. Die Pflanzen stehen also vor Frost geschützt, haben aber ausreichend Licht.

Diese Art der Überwinterung ist für viele mediterrane Pflanzen geeignet, wie zum Beispiel Zitrusbäume oder Olivenbäume, aber auch für Lorbeer, Banane, Fuchsie oder Geranie. Diese Pflanzen sind nicht winterhart. In ihrem kühlen, aber frostfreien Winterquartier halten sie eine Winterruhe, ohne aber ihre Blätter zu verlieren. Typischerweise überwintern auch Kübelpflanzen in einem Kaltwintergarten.

Überwinterung im Warmwintergarten

Der Warmwintergarten ist hingegen eine beheizte Wohnraumerweiterung. Daher wird er auch Wohnwintergarten genannt. Hier herrschen auch im Winter Temperaturen über 18 Grad. Der Warmwintergarten ist für Pflanzen geeignet, die keine Winterruhe benötigen.

Das sind vor allem tropische Pflanzen wie Orchideen oder Sukkulenten, aber auch Palmen, Bananen oder Kaffeestauden. Auch diese Pflanzen sind nicht winterhart. Manche von ihnen können das ganze Jahr über im Wintergarten bleiben, viele genießen aber auch eine Sommerfrische an einer sonnigen, windgeschützten Stelle des Gartens.

Pflegehinweise für die Überwinterung deiner Pflanzen im Wintergarten

  • Auch im Wintergarten brauchen die Pflanzen Wasser. Im Kaltwintergarten müssen sie nur minimal gegossen werden. Im Wohnwintergarten wird nach Bedarf der Pflanzen gegossen. Je höher die Temperatur und je größer der Wasserbedarf der einzelnen Pflanze, desto mehr muss sie gegossen werden.
  • Im Kaltwintergarten wird nicht gedüngt. Im Wohnwintergarten müssen sich die Düngergaben nach den Bedürfnissen der einzelnen Pflanze richten.
  • Im Kaltwintergarten ist kaum mit Schädlingen zu rechnen. Im Warmwintergarten solltest du alle paar Tage auf Schädlinge und Erkrankungen kontrollieren und eventuell befallene Pflanzen sofort einzeln stellen.
  • Der Wintergarten sollte auf jeden Fall mit einem Rollo oder einer anderen Beschattung versehen sein. Sonst heizt er sich bei Sonnenschein zu sehr auf. Das kann gerade im Kaltwintergarten die Pflanzen vorzeitig aus der Winterruhe holen. Um die Temperatur konstant und die Luft frisch zu halten, ist zeitweises Stoßlüften hilfreich.

Rückkehr deiner Pflanzen in den Garten

Bevor die Pflanzen endgültig in den Garten zurückkehren können, müssen sie erst einmal abgehärtet werden. Sie müssen sich erst wieder an die Temperaturen draußen, aber auch an die direkte Sonneneinstrahlung und den Wind gewöhnen.

Am besten gelingt das, wenn die Pflanzen zunächst stundenweise hinauskommen und dann zum Erholen wieder hereingeholt werden. Nach einer Woche dürfen sie dann draußen bleiben.

Bei großen Kübelpflanzen ist das kaum möglich. Hier sollte ein bedeckter, windstiller Tag für das Herausholen aus dem Winterquartier gewählt werden. Zudem solltest du etwas Vlies bereithalten, mit dem du deine Pflanzen bei Bedarf vor Sonne, Wind oder Kälte schützen kannst.

Der Zeitpunkt hängt von der Pflanze und ihrer Kältetoleranz, aber auch von der Lage deines Gartens ab. Mediterrane Pflanzen wie Olive oder Feige können in milden Gegenden ab April hinaus. Bei empfindlicheren Pflanzen wie Zitruspflanzen oder Bougainvillea solltest du bis Mitte Mai warten, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Top Tipp zum Schluss: Auch Gartengeräte brauchen Winterschutz

Nicht nur viele Pflanzen sind nicht winterfest. Auch Gartengeräte, Sprenger und ähnliches müssen winterfest gemacht werden. Spaten und andere Geräte reinigst du noch einmal und ölst sie dann ein, bevor du sie im Schuppen oder Keller lagerst. Gießkannen und Schläuche leerst du und lagerst sie trocken ein. Der Rasenmäher muss ebenfalls eingelagert werden. Eventuell vorhandene Akkus müssen frostfrei gelagert werden. Wenn du keine frostfesten Leitungen hast, sperrst du den Wasserhahn ab und leerst die Leitung. Gartenmöbel sind ebenfalls in den wenigsten Fällen winterfest. Auch sie werden eingelagert. 

Fazit

Jede Pflanze und jeder Baum hat seine eigenen Bedürfnisse. Manche können problemlos ohne besondere Zuwendung im Freien überwintern. Anderen Pflanzen müssen speziell umsorgt werden, während andere Pflanzen wiederum einfach nur in den Kaltwintergarten gestellt werden müssen. Pflanzen, die während des Winters im Garten bleiben, umwickelst du vor dem ersten Frost in der Regel nur mit Vlies. Wurzeln und Beete solltest du mit Mulch oder Laub bedecken, um diese vor Frost und dem Verdursten zu schützen. Achte einfach darauf, dass der Kälteschutz atmungsaktiv ist.

Wichtig: Tontöpfe & Co. musst du umbedingt mit Jutesäcken umwickeln und zusätzlich auf Styropor stellen. So verhinderst du, dass der Topf platzt und die Wurzeln starken Bodenfrost ausgesetzt sind.

Frage im Zweifel immer einen Gartenfachmann, um Schäden an deinen Pflanzen zu vermeiden.

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