Swimmingpool

Naturpool als Bio-Alternative zum klassischen Swimmingpool

Du möchtest bei deinem Swimmingpool weitestgehend auf eine chemische Reinigung des Wassers verzichten und diesen Prozess der Natur überlassen? Weiterhin möchtest du deinen Pool möglichst nahtlos in deine Gartenlandschaft integrieren? Dann könnte ein Naturpool die perfekte biologische Alternative zu einem normalen Swimmingpool sein. Welche Arten von Naturpools es gibt, welche Vorteile dieser bietet und was es bei der Planung zu beachten gilt, erfährst du in diesem Beitrag.

Ein biologisches Schwimmbad ist perfekt in die Landschaft integriert. Es besteht in der Regel aus einem Schwimmbereich und einer Regenerationszone. Der Naturpool, die Bio-Alternative zum klassischen Swimmingpool ist zu jeder Jahreszeit schön. Seine Regenerationszone sieht aus wie ein Wassergarten, bei dem die Pflanzen das Wasser filtern.

Naturpool Arten

Wie bei einem klassischen Swimmingpool gibt es auch bei Naturpools unterschiedliche Arten im Hinblick auf das Becken. Welche Beckenarten es gibt und welche Vor- und Nachteile diese jeweils haben, erfährst du folgend.

Naturpool mit Fertigbecken:

Ein Naturpool als Komplettset kann innerhalb weniger Tage errichtet werden. Diese Modelle benötigen in der Regel keine Fundamentplatten aus Beton. Hersteller bieten Fertigbecken in diversen Formen, Größen und Volumen an.

Vorteile:

  • keine Maurerarbeiten notwendig
  • vollständiger Plan wird meistens mitgeliefert
  • unterschiedliche Größen und Tiefen sind möglich
  • die chemiefreie Wasseraufbereitung

Nachteile:

  • der Aufbau erfordert gewisse Fähigkeiten
  • du musst Zeit investieren

Naturpool mit Folienbecken: 

Ein Folienbecken aus einem hochwertigen, beständigen Material ermöglicht die freie Ausformung eines Naturpools. Denn es passt sich allen Beckenformen an. Das Folienbecken hat eine lange Lebensdauer und bietet dir den Vorteil einer Zeitersparnis, da es im Werk des Herstellers vorgefertigt wird. In der Regel wird ein Stahlkorpus errichtet und mit einer wasserdichten Folie ausgekleidet.

Vorteile:

  • flexibel
  • beständig gegen UV-Strahlung
  • kommt gut, mit Temperaturschwankungen zurecht
  • sorgt für Badespaß
  • solide Qualität

Nachteile:

  • hohe Kosten
  • nur eine geringe Wassertiefe möglich

Naturpool mit Styroporbecken: 

Bei einem Becken aus Styroporbausteinen kannst du selber über Größe und Form deines natürlichen Schwimmbeckens entscheiden. Die Steine werden jeweils auf einer Bodenplatte aufgebaut. Mithilfe eines Baukastensystems kannst du das Becken leicht im Do-it-yourself-Verfahren montieren. Danach wird der Naturpool mit einer Folie ausgekleidet.

Vorteile:

  • langlebig
  • einfach aufzubauen
  • Folientausch problemlos möglich
  • langlebig 

Nachteile:

  • Zusatzkosten für Transport
  • Kosten für den Aushub

Naturpool mit Betonbecken

Ein Betonbecken ohne Folie wird in der Regel vor Ort gegossen. Du musst warten, bis der Beton ausgehärtet ist, bevor Wasser eingelassen werden kann. Die Materialien für den Pool und den Aushub kann dir jeder Bauunternehmer organisieren. Dazu kommen noch die Kosten für den Frächter. Wahrscheinlich sind auch noch Betonarbeiten wie Stufen, Randabdeckungen und eine Sitzbank am Naturteich erforderlich.

Vorteile:

  • langlebig
  • Folie nicht unbedingt nötig
  • Beton wird vor Ort gegossen

Nachteile:

  • viel Aufwand
  • es fallen Kosten für Material, Frächter und Bauunternehmer an

Vorteile und Nachteile von einem Naturpool

Vorteile:

  • Du kannst deinen Naturpool wie einen Wassergarten oder wie einen herkömmlichen Pool gestalten.
  • Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Pool musst du dem Wasser beim Naturpool kein Chlor hinzufügen, um es frei von Bakterien und anderen Mikroorganismen zu halten. Denn bei diesem alternativen Schwimmbecken übernehmen die Pflanzen das Filtern des Wassers und fördern auf diese Weise die Biodiversität in deinem Garten.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass die Pflege eines Naturschwimmbades nur wenig Wartung erfordert, denn es reguliert sich selbst. Nur ein Teil des Badewassers muss einmal im Jahr abgelassen werden, wenn die Filterung durch die Pflanzen einwandfrei funktioniert. Die Folie im Pool und der Boden lassen sich mit einem Schlammsauger reinigen. Als weiterer Pluspunkt kann angeführt werden, dass die Pflanzen ganze Arbeit leisten. Sie müssen aber von Zeit zu Zeit beschnitten werden. Diese Arbeit ist durchaus überschaubar.

Nachteile:

  • Der Unterhalt eines natürlichen Schwimmbeckens ist zwar günstig, aber mit der Installation hängen zusätzliche Kosten für den Filterbereich zusammen.
  • Du darfst das Wasser nicht zu sehr erhitzen, es darf 24° Celsius nicht überschreiten, damit sich die Bakterien nicht vermehren. Sobald du die Wasserpflanzen in den Naturpool gesetzt hast, musst du ihnen Zeit für die Anpassung geben, damit sie sich optimal entwickeln können.

Wie du siehst, besticht ein Naturpool vor allem durch seinen natürlichen Charakter, sowohl im Hinblick auf die Reinigung des Wassers, als auch durch die Optik. Wenn du dich nun doch lieber tiefer mit einem klassischen Swimmingpool auseinandersetzen möchtest, klicke einfach hier.

Funktionsweise des Filtersystems

Viele Filtersysteme basieren auf einem Primärfilter/Biofilter, der die Verunreinigungen zurückhält und abbaut. Dabei entstehen Nährstoffe, die durch einen nachgeschalteten Phosphatfilter eliminiert werden. Auf diese Weise wird das Wasser im Naturschwimmbecken von Phosphaten befreit und die Nahrungsgrundlage für Algen reduziert.

Das Filtersystem eines Naturschwimmbeckens muss imstande sein, täglich das bis zu 4-fache des Gesamtvolumens des Naturpools zu behandeln.

Dazu gibt es mehrere Filterlösungen:

On-Board-Filtration:
Dieses kostengünstige System befindet sich direkt im Becken. Es kommt ohne Rohre aus und ist daher nur für einen kleinen Pool geeignet. 

Schwebebett-Reaktor:
Dieser Filter ist im Vergleich zu einem Schichtfilter deutlich effizienter. Er ist technisch hochwertig und sorgt im Naturschwimmbad für absolut sauberes Wasser. Es kommt zu gleichmäßigen Filterdurchströmungen. Das Filtermaterial wird von einem Gitter unter Wasser gehalten. Das Gitter lässt sich einfach entleeren.

Bei den Schichtenfiltern (Zweitopfbauweise mit zwangsdurchströmten Filter) zum Beispiel, variieren die Schichten und Materialien, je nach Systemanbieter.

Das Ziel des Reinigungsmechanismus im Naturschwimmbad ist es, Phosphate zu limitieren. Daher ist es wichtig, dass das Filtermaterial keine Phosphate abgibt.

Bepflanzung von einem Naturpool

In der Regenerationszone, die nicht viel tiefer als 60 Zentimeter sein soll, fühlen sich Pflanzen wie das Tausendblatt, das Laichkraut und die Kanadische Wasserpest wohl. Das sind Nahrungskonkurrenten von Algen.

Im Teichrand, in der Badezone können Unterwasserpflanzen, die nicht wurzeln, wie das Hornkraut, die Muschelblume, Seerosen, Wasserlinsen und der Froschbiss (sparsam) eingesetzt werden.

Planung eines Naturpools

Du kannst dein Naturschwimmbad nicht einfach irgendwo bauen. Um seine ästhetischen und funktionalen Vorteile genießen zu können, ist der ideale Standort wichtig. Der natürliche Pool braucht Sonne, um die Fotosynthese der Wasserpflanzen zu fördern und zu kaltes Wasser zu vermeiden. Aber umgekehrt kann zu viel Sonnenlicht die Vermehrung von Algen und Mikroorganismen fördern.

Je weniger Sonnenstrahlen auf das Schwimmbecken fallen, desto geringer ist Risiko, dass sich lästige Fadenalgen bilden. Um zu vermeiden, dass Laub und Nadeln in den Pool fallen, sollte der Pool zudem nicht unbedingt unter Bäumen gebaut werden. Die Größe des Beckens richtet sich nach deinen Bedürfnissen: Ungefähr 70 Quadratmeter Wasserfläche gilt als guter Durchschnitt für den Nutzbereich. Der Regenerationsbereich mit Tausendblatt und Laichkraut sollte mindestens gleich groß wie die Nutzzone mit Schwimmbereich, Stufen und Einstiege sein.

Damit du ein Naturschwimmbad anlegen kannst, brauchst du einen standfesten, trockenen und steinfreien Boden. Ein kleiner Garten ist nicht gerade ideal, wenn es um den Bau eines Naturpools geht, denn er braucht deutlich mehr Platz als ein herkömmlicher Swimmingpool. Obendrein sollte der Höhenunterschied des Grundstücks nicht mehr als 30 bis 50 Zentimeter betragen. Andernfalls muss ein Experte, die Standfestigkeit des Untergrunds bescheinigen.

Des Weiteren muss das Grundwasser mindestens einen Meter unter dem tiefsten Punkt des Naturschwimmbads liegen. Bei einer Wassertiefe von 1,5 Meter ergibt das einen Grundwasserspiegel von 2,5 Meter. Für die Sicherheit von Kindern und Haustieren gilt es einen Zaun einzuplanen. Die elektrischen Anschlüsse (für die Pumpe etc.) müssen sich mindestens 2 Meter vom Pool entfernt befinden.

Technische Ausstattung bei einem Naturschwimmbad

Das Funktionsprinzip eines Naturschwimmbads nutzt die Pumpe der Filteranlage, um an der Oberfläche und am Boden mit einem oder mehreren Skimmern Wasser aus dem Becken anzusaugen, um das Wasser ablaufen zu lassen. Vorfiltriert und biologisch behandelt, wird es dann teilweise in den Badebereich zurückgeleitet.

Pflegeaufwand bei einem Naturpool

Obwohl ein natürlicher Pool von der Natur inspiriert ist, bedarf er einer gewissen Wartung. Der Aufwand ist abhängig von seiner Gestaltung und dem Erscheinungsbild. Entferne alle abgestorbenen Pflanzen, Laub und Gräser mithilfe eines Keschers aus dem Wasser. Du solltest einen Pflegeaufwand von zirka 1,5 Stunden pro Woche einplanen. In den heißen Monaten musst du auch auf die Pflege der Wasserpflanzen (zurückschneiden) ein Auge haben. Überprüfe zudem den Wasserstand, sein Niveau sollte konstant bleiben. Vergiss nicht, die Wände des natürlichen Pools zu putzen. Es gibt zum Glück Poolroboter, die auf die Reinigung dieser Art von Schwimmbecken spezialisiert sind.

Rechtliche Besonderheiten bei einem Naturpool

Hierzulande gilt ein Schwimmteich vielfach ab einem Wasservolumen ab 100 Kubikmeter als genehmigungspflichtig. Allerdings ist das von Bundesland zu Bundesland verschieden. Daher erkundige dich am besten bei deinem Bauamt vor Ort, ob du für deinen Naturschwimmteich einen Bauantrag stellen musst. Das Becken darf nicht tiefer als 1,50 Meter sein, um das Grundwasser nicht zu gefährden.

Außerdem gilt es in vielen Bundesländern einen Abstand von drei Metern zum Nachbargrundstück einzuhalten. Für die Konstruktion und Abdichtung dürfen nur bestimmte Materialien verwendet werden. In der Nähe von Bäumen ist eventuell eine Baumschutzsatzung oder Baumschutzverordnung zu beachten. Erhält der Pool das Wasser beispielsweise von einer Quelle, musst du zudem die wasserrechtlichen Bestimmungen einhalten.

Kosten für einen Naturpool

Die Kosten für einen natürlichen Schwimmteich sind abhängig von der Größe, der Bauweise, den Materialien und der Ausstattung. Daher lassen sie sich schwer vorhersagen. Ein natürlicher Pool mit Betonbecken mit einer Größe von 18 Quadratmetern kostet ohne Baufirma und Aushub etwa 30.000 Euro. Das ist nur ein Richtwert.

In der Praxis gibt es eine enorme Preisspanne bei Naturschwimmbädern. Abhängig von der Ausführung und der Ausgestaltung sind Preise zwischen 200 Euro und 2.500 Euro pro Quadratmeter möglich.

Zusatzausstattung für einen Naturpool

Für deinen natürlichen Pool benötigst du eine Teichpumpe sowie eine LED-Unterwasserbeleuchtung, für romantische Abende. Ein Naturschwimmbad ist im Allgemeinen nicht abgedeckt. Eine Poolleiter erleichtert dir den Ein- und Ausstieg. Die Gegenstromanlage macht auch deinen kleinen Pool zum Langstreckenbecken. Zum Beheizen eignet sich eine Wärmepumpe. Aber Vorsicht, zu warmes Wasser stört das biologische Gleichgewicht, es kommt zu einem Sauerstoffmangel! Das führt vielfach zu einem zusätzlichen Algenwachstum. 

Fazit

Ein Naturpool ist eine unheimlich tolle Alternative zu einem klassischen Swimmingpool. Er lässt sich nahtlos in die Gartenlandschaft integrieren, kommt komplett ohne Chlor aus und verspricht damit ein sehr natürliches Badevergnügen – ein großer Vorteil, vor allem, wenn du unter einer Chlorallergie leidest!

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